Schachthaus und Radstubenkaue des IV. Lichtlochs des Rothschönberger Stollns.

Das 4. Lichtloch des Rothschönberger Stollns

Lage und Geschichte

Karte der Tagesanlagen des IV. Lichtlochs. (Julius Weisbach; [1])

Das IV. Lichtloch des Rothschönberger Stollns befindet sich in Reinsberg. Die Förderung erfolgte mit Wasserkraft, wofür ein Kunstgraben angelegt werden musste. Dieser zweigte kurz hinter der Wünschmannmühle in Krummenhennersdorf Wasser aus der Bobritzsch ab und führte es über einen Graben, durch mehrere Röschen und das V. Lichtloch zu den Kunsträdern in der Radstube des vierten Lichtlochs. Heute befindet sich längs dieses Kunstgrabens ein landschaftlich schöner Wanderweg, die Grabentour.

Das vierte Lichtloch ist das einzige nahezu vollständig erhaltene Lichtloch, was auch daran liegt, dass es als Sitz der Stollnverwaltung diente. Von hier aus wurde der Bau und die spätere Nutzung des Rothschönberger Stollns koordiniert. Zu den erhaltenen Gebäuden zählen Bergschmiede, Bergzimmerei, das Treibehaus mit der Radstubenkaue sowie ein Huthaus. Nur die ursprünglich in der Radstube befindlichen Kunst- und Kehrräder sind heute nicht mehr erhalten.

Chronik der Ereignisse am IV. Lichtloch

1844

Baubeginn der Grubengebäude. [5]

Baubeginn der Grabentour. [5]

1846 - 1848

Schachtabteufen. [5]

1848

Aufsattelung um 3,66 Lachter. [2a]

Treibehaus und Kehrradstube fertiggestellt. [2a]

Wassergöpel eingebaut. [2a]

Kehrrad eingebaut. [5]

1851 - 1853

Auffahrung der 630 m langen tiefen Abzugsrösche. [5]

1852

Besuch von König Friedrich August. [5]

1854

Maschinenraum für Turbinengezeug wird Ausgeschossen. [3a]

Umstellung auf Gestellförderung. Grubenhunte wurden nun aus dem den Schacht befördert und auf der Halde verkippt. Das Umladen an der Hängebank entfiel damit. [3a]

1855

Raum für Kunstkreuz und Korbstange des Turbinengezeug ausgehauen. [4a]

1870

Durchschlag zum III. Lichtloch. [5]

1873

Durchschlag zum V. Lichtloch. [5]

1897

Abriß des Pulverhauses. [5]

1907

Anriß und Neubau des Zimmereigebäudes. [5]

1955

Verfüllung der Radstuben mit Haldenmasse. [5]

2002 - 2004

Freilegung der Radstuben, des Aufschlaggrabens und der oberen Aufschlagrösche. [5]

Das Ende des Kunstgrabens vor der Radstube des IV. Lichtlochs.
Bergschmiede (links), Huthaus mit dem ehemaligem Verwaltungssitz (mitte) und Bergzimmerei (rechts).
Treibehaus mit angeschlossener Radstube auf der Halde des IV. Lichtlochs.
Blick auf die ehemalige Bergschmiede.

Auffallend ist, dass die erhaltenen Gebäude des IV. und VII. Lichtloches in ihrer Bauweise sehr ähnlich sind. Beim VII. Lichtloch fehlt heute allerdings die Radstube. Dies zeigt, dass schon damals aus Kostengründen auf typisierte Standardgebäude zurückgegriffen wurde. Heute werden die Obertageanlagen vom Verein Viertes Lichtloch des Rothschönberger Stollns e.V betreut und können am Tag des offenen Denkmals oder nach Absprache besichtigt werden.

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Julius Weisbach: "Die neue Markscheidekunst und ihre Anwendung auf die Anlage des Rothschönberger Stollns bei Freiberg in Sachsen."; Hrsg.: Verlag Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig, 1851
  2. Verschiedene Autoren: "Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann auf das Jahr 1850." Hrsg.: Königliche Bergakademie zu Freiberg; Verlag Craz & Gerlach; 1850; a: Seite 167
  3. Verschiedene Autoren: "Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann auf das Jahr 1856" Hrsg.: Königliche Bergakademie zu Freiberg; Verlag Craz & Gerlach; 1856; a: Seite 88
  4. Verschiedene Autoren: "Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann auf das Jahr 1856" Hrsg.: Königliche Bergakademie zu Freiberg; Verlag Craz & Gerlach; 1857; a: Seite 99
  5. Verschiedene Autoren: "Historisches - Viertes Lichtloch des Rothschönberger Stollns e.V." online; Historisches - Viertes Lichtloch des Rothschönberger Stollns e.V.